Arten von Veneers: Keramik, Add-On und F.I.T.-Veneering
Je nach Material und Technik unterscheidet man verschiedene Veneer-Arten. In unserer Praxis bieten wir sowohl traditionelle Keramikveneers als auch neuartige Verfahren wie Add-On Veneers und F.I.T. Veneering an. Hier ein Überblick:
Keramikveneers (klassische Veneers)
Keramikveneers sind der „Klassiker“ unter den Veneers. Sie bestehen aus dünner Spezialkeramik (z.B. Feldspat- oder Lithium-Disilikat-Keramik), die im Dentallabor individuell für Sie angefertigt wird. Keramik ist dem natürlichen Zahnschmelz in Transluzenz und Farbwirkung sehr ähnlich – das Ergebnis wirkt sehr natürlich.
Behandlungsablauf: Für Keramikveneers ist in der Regel eine minimale Vorbereitung des Zahns nötig. Dabei wird eine dünne Schicht Zahnschmelz (meist 0,3–0,7 mm) vom Frontzahnschild abgetragen, damit das Veneer später passgenau und ohne aufzutragen aufgesetzt werden kann. Dieses „Abschleifen“ der Zähne erfolgt unter höchster Vorsicht und normalerweise nur im Schmelzbereich, um die Zahnsubstanz maximal zu schonen. Anschließend nimmt der Zahnarzt einen Abdruck oder Scan der Zähne. Sie erhalten provisorische Abdeckungen, während im Labor Ihre individuellen Veneers gefertigt werden. Nach wenigen Tagen erfolgt das Einsetzen: Die Keramikveneers werden mit Spezialkleber (Kompositzement) auf der Zahnoberfläche dauerhaft verklebt. Dank moderner Adhäsivtechnik hält die Verklebung sehr fest.
Vorteile von Keramikveneers: Keramik zeichnet sich durch hervorragende Ästhetik und Stabilität aus. Die Veneers sind farbecht (verfärben sich nicht mit der Zeit) und können 10–15 Jahre oder länger halten. Die Lichtdurchlässigkeit von Keramikveneers sorgt dafür, dass das Lächeln nicht „künstlich weiß“ wirkt, sondern natürlich strahlt. Zudem sind Keramikveneers biokompatibel und lösen keine Unverträglichkeiten aus.
Gibt es Nachteile? Der Hauptnachteil ist, dass für klassische Veneers in den meisten Fällen etwas Zahnschmelz abgeschliffen werden muss – dieser Schritt ist irreversibel. Ein präparierter Zahn muss zeitlebens verblendet bleiben, da die natürliche Schmelzoberfläche nicht mehr vollständig vorhanden ist. Allerdings wird wirklich nur die allernötigste Schicht abgetragen. Ein weiterer Punkt sind die Kosten: Keramikveneers sind relativ aufwändig (Laborarbeit, mehrere Termine) und dadurch teurer als einfachere Lösungen. Dazu unten mehr im Abschnitt Kosten.
Add-On Veneers (Non-Prep Veneers)
Add-On Veneers sind ultradünne Verblendschalen aus Keramik, die ohne vorheriges Beschleifen des Zahns angebracht werden können. Man spricht deshalb auch von Non-Prep-Veneers, weil keine (oder minimale) Präparation nötig ist. Diese Technik ist besonders schonend: Die natürliche Zahnsubstanz bleibt vollständig erhalten. Add-On Veneers eignen sich z.B. hervorragend, um kleine Zahnform-Korrekturen vorzunehmen – etwa leicht nach innen stehende oder zu schmale Zähne durch Aufkleben minimaler Keramikschalen nach außen hin zu verbreitern. Auch sogenannte Vampirzähne (sehr spitze Eckzähne) können so rundlicher gestaltet werden, ohne den Zahn zu beschleifen.
Besonderheiten: Add-On Veneers sind meist nur ca. 0,2–0,3 mm dünn – ungefähr so dünn wie ein Blatt Papier! Diese dünnen Keramikfacetten werden mit hochadhäsivem Komposit befestigt. Trotz ihrer Dünne sind sie erstaunlich belastbar. Weil der Zahnschmelz unverletzt bleibt, ist die Klebeverbindung zum Zahn sehr stark (Zahnschmelz bietet den besten Halt für die Adhäsivtechnik). Ein großer Vorteil ist auch die Reversibilität: Falls man die Veneers irgendwann nicht mehr möchte oder wechseln will, können Add-On Veneers in der Regel rückstandslos entfernt werden, ohne dem Zahn zu schaden.
Einschränkungen: Non-Prep/Add-On Veneers sind nicht in jeder Situation möglich. Wenn Zähne sehr weit vorstehen oder stark verfärbt sind, stößt man an Grenzen – die hauchdünne Schale könnte sonst nicht ausreichend decken oder würde zu sehr auftragen. In solchen Fällen sind konventionelle Veneers oder andere Lösungen besser geeignet. Außerdem zeigen Erfahrungen, dass Non-Prep-Veneers etwas weniger langlebig sind als minimal präparierte Keramikveneers. Durch die extreme Dünne können sie im Laufe der Jahre minimal eher absplittern. Dennoch sprechen wir auch hier von Lebensdauern im hohen einstelligen bis zweistelligen Jahresbereich. Bei guter Pflege und wenn die Indikation passt, kann man auch mit Add-On Veneers viele Jahre Freude haben.
(Hinweis: Ein bekanntes Markenprodukt in diesem Bereich sind z.B. Lumineers®, eine patentierte Form von Non-Prep-Keramikveneers aus den USA. Lumineers sind sehr dünn und erfordern kein Beschleifen, allerdings oft teurer als andere Veneers.)
F.I.T. Veneering (direkte Komposit-Veneers)
Die Abkürzung F.I.T. steht für “Forma Injection Technique” – ein modernes Verfahren, um Veneers direkt in der Zahnarztpraxis aus Kompositkunststoff herzustellen. F.I.T.-Veneers sind im Grunde hochwertige Komposit-Veneers, die durch eine spezielle Schicht-Injektionstechnik auf den Zahn aufgebracht werden. Dabei wird ein flüssiges, zahnfarbenes Composite-Material in dünnen Schichten in eine präzise vorgefertigte Form gespritzt, die über den Zahn gelegt wird. Schicht für Schicht härtet das Material aus und bildet am Ende eine passgenaue Verblendschale auf dem Zahn.
Vorteile des F.I.T.-Verfahrens: Diese Methode ermöglicht eine sehr schnelle Behandlung – oft können die Veneers in einer einzigen Sitzung direkt modelliert und befestigt werden, ohne Laborwartezeit. Die Injektionstechnik sorgt für eine gleichmäßige, dichte Schale mit gutem Randschluss. F.I.T.-Veneers kommen meist ohne oder mit minimalem Abschleifen aus, ähnlich den Add-On Veneers. Außerdem sind Komposit-Veneers kostengünstiger als Keramikveneers, da teure Laborkosten entfallen. Durch digitale Planung und Formgebung (z.B. mit CAD/CAM-Schablonen) lassen sich sehr ästhetische Resultate erzielen.
Unterschiede zur Keramik: Komposit (Kunststoff-Keramik-Gemisch) ist weicher als Keramik und auch anfälliger für Verfärbungen im Laufe der Zeit. Die Haltbarkeit von direkt gefertigten Kompositveneers liegt im Schnitt bei etwa 5–8 Jahren, bis eventuell Auffrischungen oder Erneuerungen nötig werden. Allerdings ist eine Reparatur im Mund bei kleinen Defekten oft leichter möglich: Wenn z.B. eine Ecke abplatzt, kann der Zahnarzt Material hinzufügen, ohne das ganze Veneer zu ersetzen. Bei Keramikveneers ist im Schadenfall meist ein komplett neues Veneer anzufertigen.
Für wen geeignet? F.I.T.-Veneers bzw. Kompositveneers eignen sich gut, um schnell und schonend kosmetische Korrekturen an Frontzähnen vorzunehmen – zum Beispiel vor einem wichtigen Event oder für Patienten, die keine Wartezeit möchten. Sie sind auch eine Lösung, wenn der Kostenrahmen begrenzt ist. Allerdings muss dem Patienten bewusst sein, dass Kompositveneers nicht ganz die Perfektion und Langlebigkeit von Keramik erreichen. Für ein perfektes Hollywood-Lächeln über Jahrzehnte sind keramische Veneers oft die erste Wahl. Doch F.I.T.-Veneering bietet eine tolle Alternative mit vielen Vorteilen und weniger „Hürden“ auf dem Weg zum neuen Lächeln.